Kaiserreich │ Erster Weltkrieg │ NS-Faschismus
Klaus A.E. Weber
Beginn des Katastrophenzeitalters
Zeiten der „mechanisierten Massenermordungen“[1]
Vertiefungsthemen
⋙ Nationalsozialistische Gewaltherrschaft vor der eigenen Haustür
⋙ Tatort Hellental im Nationalsozialismus
⋙ Sozis und Nazis unter den Waldarbeitern
⋙ Der Volksempfänger als Sinnbild des NS
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„In Erinnerung an meine Dienstzeit“ │ um 1888
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Preußen und das Deutsche Reich (1871-1918)
∎ „In Erinnerung an meine Dienstzeit“ während des Dreikaiserjahres 1888
Der Hellentaler Waldarbeiter Friedrich Julius Georg August Roloff (1867-1954) diente von 1887-1889 als Soldat in der 7. Kompanie des Herzoglich Braunschweigischen Infanterie-Regiments Nr. 92 (1867-1893), also während des Dreikaiserjahres 1888 - Regierungszeit von Wilhelm I. 1871–1888, Friedrich III. 1888 und Wilhelm II. 1888–1918.
∎ Andenkenschale „Paul von Hindenburg“ │ um 1870
Durchbruchporzellan-Schale
Hersteller unbekannt
[hmh Inv.-Nr. 5134
Während des Ersten Weltkrieges militärisch erfolgreich aufgestiegen, wurde Paul von Hindenburg 1925 Reichspräsident der Weimarer Republik.
Die Zeit des Nationalsozialismus begünstigend, ernannte von Hindenburg 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler, der ihn mit NS-Münzprägungen 1935 und 1938 „würdigte“.
∎ Andenkenschale „Kaiser Wilhelm II.“ │ um 1890-1900
Durchbruchporzellan-Schale
Hersteller unbekannt
[hmh Inv.-Nr. 5135
∎ Andenkenbecher Kaiser Friedrich III. │ um 1888
Bleilegierung
Friedrich III. / Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen
Deutscher Kaiser
Potsdam, 1831-1888
[hmh Inv.-Nr. 1071
∎ Anstecknadel preußischer Adler │ um 1900
Nachbildung
Preußischer Adler mit Brilliantsplitter besetzt
in der Mitte ein Saphir
darüber Kaiserkrone mit drei Rubinen
Gebrüder Friedländer
Hof-Juweliere des Kaisers und Königs │ Berlin
Metall, vergoldet
Swarovskisteine
Replik als Sonderedition des Hauses Hohenzollern
[hmh Inv.-Nr. 1072
∎ Zinnfigur Soldat │ um 1890
Hellental
Zinn-Blei-Legierung
Der Erste Weltkrieg (1914–1918)
Angst, Flucht, Kälte und Hunger
Das Ende des Ersten Weltkriegs nach 51 Monaten stellt eine deutliche Zäsur in der Geschichte Europas dar und markiert die Beendigung vieler Monarchien und der Bündnisarchitektur des 19. Jahrhunderts.
Es war der erste moderne hochtechnisierte Krieg, wie der am 09. September 1918 von der Siemens & Halske AG Wernerwerk hergestellte Röhrenverstärker zeigt.

© Foto: Privatsammlung Familie Kuhmlehn, Merxhausen

Karl Bremer (1886-1970) als Soldat im Ersten Weltkrieg [4]
Feldmantel von Karl Bremer │ Kennzeichnung: 14./J.R. 55 III
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
∎ Feldmantel aus dem Ersten Weltkrieg │ 1914-1918 [1]
Original-Militärmantel M 55 mit Seiten- und Innentaschen aus der Deutschen Kaiserzeit mit der Kennzeichnung „14./J.R. 55 III“ des Halbmeiers Karl (Carl) Bremer (* 19. April 1886 │ † 25. Oktober 1970) in Merxhausen
Mantelloden, dunkelolivgrün
[hmh Inv.-Nr. 7024
∎ Röhrenverstärker Siemens & Halske A.G.
Kriegsjahr 1918
Glas, Metall
[hmh Inv.-Nr. 1121
Am 01. Oktober 1847 gründete Leutnant Werner Siemens, Ingenieuroffizier in der Berliner Artilleriewerkstatt und federführender Kopf der Preußischen Telegraphenkommission, zusammen mit dem Feinmechaniker-Meister Johann Georg Halske die Telegraphen Bau-Anstalt von der Siemens & Halske AG in Berlin.
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© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
◼ Hellentaler Soldaten
Über die Hellentaler Soldaten gibt zum einen das 1922 errichtete Ehrenmal Auskunft, hergestellt aus einem Buntsandsteinblock, zum anderen die ausgestellte „Ehrentafel Hellental – Unseren im Weltkrieg Gefallenen u. Mitkämpfern gewidmet, 1914-1918".
Danach nahmen aus Hellental mindestens 81 Soldaten am Ersten Weltkrieg teil, 22 von ihnen kamen dabei ums Leben (27 %).
Zu vermuten ist, dass es jedoch weitaus mehr Kriegsteilnehmer aus Hellental gab.
Wie vom historisch aufgearbeiteten Kriegsverlauf zu erwarten, starben mit 59 % auch die meisten Hellentaler Soldaten in den ersten Kriegsjahren, zwischen 1915/1916.
Bis heute ist über kranke, verwundet oder verkrüppelt, aber auch mit psychischer Alteration zurückgekehrte Soldaten nur wenig bekannt.
Über die Teilnahme von Hellentaler Männern als Soldaten im Ersten Weltkrieg gibt zum einen das steinerne „Ehrenmal“ in Hellental öffentlich namentlich Auskunft, zum anderen eine gut erhaltene kartonierte „Ehrentafel Hellental“.
Eingemeißelt in das Hellentaler Ehrenmal - im Dorf auch „Kriegerdenkmal“ genannt - an der Ecke Sollingstraße/Hauptstraße sind auf einer Seite die Familiennamen, Vornamen und der Tag des Sterbens von 20 im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aufgelistet.
Bei Otto Lommel Kunstanstalt Mannheim, eine Ehrentafel Hellental – Unseren im Weltkrieg Gefallenen und Mitkämpfern gewidmet, von August 1914 bis September 1918 mit kleinen ovalen schwarz-weiß-Portraitbildern, Familiennamen und ggf. Datum ihres Todes in alphabetischer Reihenfolge erstellt.
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[1] HESSE 2023d.

