Fast vergessen – Die fürstliche Glasmanufaktur
Kuppa eines Schorborner Pokals mit radierter Goldmalerei │ um 1790
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Die Sonntagstour GLAS│Walk and Talk führt in den abgelegenen Geschichtsort Schorborn, der sich im 18. Jahrhunderts planmäßig aus einer geregelten und geförderten vorindustriellen Zuwanderungssiedlung der ehemals fürstlichen Glasmanufaktur am Schorborner Teich entwickelte.
Im ressourcenreichen, aber ökonomisch vernachlässigten braunschweigischen Solling wurde 1744 unter Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel am Schorborner Teich eine Fürstlich-Braunschweigisch-Lüneburgische Hohl- und Tafelglashütte zur Deckung des Landesbedarfs an Hohl- und Flachglas errichtet, die fast 100 Jahre lang in Betrieb war.
Die unter landesherrlicher Administration mit angeworbenen Hellentaler Glasmachern planmäßig angelegte Werkssiedlung der Glasmanufaktur entwickelte sich mit festen Gebäuden zu einer bedeutenden Werkssiedlung im Solling.
Mit breiter Herstellungskreativität entstanden in der ersten langfristig ortsfesten Glashütte künstlerische Spitzenwerke, wie vergoldete, bemalte, geschnittene und geschliffene Pokale und Kelche.

GLAS│Walk and Talk in Schorborn
Das "Herrn Hauß" der Schorborner Glasmanufaktur
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Mit der Unternehmung von Herzog Carl I. begann ein rascher Bevölkerungsanstieg, der bis zur Stilllegung der alten Glashütte andauerte.
Zu Michaelis 1842 erfolgte die Einstellung der Glasherstellung in Schorborn.
Als wohnbauliche Bezüge zu jener Zeit sind mehrere Glasmacherhäuser und das ehemalige Herrenhaus als herrschaftliches Gebäude verblieben, ebenso steinerne Zeugnisse auf dem Dorffriedhof.
Termin 2026
Sonntag, 22. März │ 14:00 – 16:00 Uhr
Treffpunkt
Master-Glasstele am zentralen Dorfplatz/Wendeplatz in Schorborn
Anmeldung
Dr. Klaus A.E. Weber unter Tel.: 05564/1559 oder per E-Mail: museum-hellental⦋at⦌t-online.de