Objektgruppe Metall │ Glashütte "Am Lummenborn"

Klaus A.E. Weber

 

Handgeschmiedete Eisenobjekte

 

Glasmacher-Werkzeuge

  • Fragment einer langstieligen Schaufel │ Eisen, geschmiedet, korrodiert │ Gewicht: 1.550 g [2]
  • Fragment eines Schöpflöffels mit langem Stiel, vermutlich zum Abschöpfen von Glasgalle bei der Schmelze │ Eisen, geschmiedet, korrodiert │ Gewicht: 760 g [2]

Beim Schmelzprozess zur Erzeugung von Waldglas aus Verunreinigungen entstehende und auf der Oberfläche der Glasschmelze schwimmende, ungeschmolzene, hauptsächlich aus Alkalisulfaten bestehende „Glasgalle“ wurde vom Schmelzer als Abfallprodukt „abgefeimt“, also abgeschöpft.

 

Waldglashütte "Am Lummenborn“ │ 1. Drittel 17. Jahrhundert

Fragmente handgeschmiedeter Glasmacher-Werkzeuge │ Vorder- und Rückseite

Schaufel (g) │ Schöpflöffel (a) - siehe Abbildung

Dezember 2020 [2]

© Historisches Museum Hellental, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Zeitgenössische Glasmacher-Werkzeuge

Tafelausschnitt aus Diderots Enzyklopädie. Die Bildtafeln 1762-1777 [3]

© Historisches Museum Hellental

 

Hufeisen

  • Falzeisen mit runden Nagellöchern │ Eisen, handgeschmiedet, korrodiert [2]

 

Werkzeug Axt

  • "Jüngere" Axt │ Eisen, geschmiedet, korrodiert │ Nacken - Schneide: 22,5 cm │ Gewicht: 1.550 g [1]
  • "Ältere" Axt │ Eisen, geschmiedet, korrodiert │ Nacken - Schneide: 17,0 cm │ Gewicht: 1.100 g [1]

 

Waldglashütte "Am Lummenborn“ │ 1. Drittel 17. Jahrhundert

Unterschiedlich große Äxte mit verschiedenen Wangenformen und Schaftlöchern

2019 [1]

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Buntmetall

  • Fragment eines handgeschmiedeten Kupferkessels (?)
  • Absperrhahn (?) aus Buntmetall, handbearbeitet

 

Blei

  • Bleiplatte (¼) - Gewicht: 131 g │ Maße: 49 x 52 mm
  • Halbrundes Bleistück mit Schnittspuren (Geschosskugel?) - Gewicht: 24 g │ Durchmesser: 20–22 mm

 

Waldglashütte "Am Lummenborn“ │ 1. Drittel 17. Jahrhundert

Bleiobjekte │ 2018

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

_____________________________________________________________________

[1] Begehung durch Dr. Klaus A.E. Weber (Hellental) am 20. September 2019 gemeinsam mit Michael Begemann (Holtensen/Einbeck). Der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Holzminden wurden die beiden Äxte nach ihrer ersten Konservierung am 13. Januar 2019 präsentiert. Fundort des Hufeisens unterhalb des Hauptofens in ca. 30 cm Bodentiefe, etwa 2 m neben den Axtfunden.

[2] Begehung im Dezember 2020 durch Michael Begemann (Holtensen/Einbeck). Fundort unmittelbar unterhalb des Hauptofens in ca. 40-50 cm Bodentiefe.

[3] Tafelausschnitt aus DIDEROTS ENZYKLOPÄDIE. Die Bildtafeln 1762-1777. 1. Bd. Reprint Augsburg 1995, Abb. 2573.