Glas in Syrien und Palästina (Römisches Reich)
Klaus A.E. Weber

Römische Gläser mit einem syrischen "Dylekythos" │ 4. Jahrhundert n. Chr.
aus einem zusammengelegten grünen Glasrohr bestehendes Parfümfläschchen [9]
Rijksmuseum van Oudheden Leiden │ 2023
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

Palästina und südwestliches Syrien │ um 1900 [8]
Übergang von dickwandigen zu feinen, dünnwandigen Glasgefäßen
Recherchierbarer digitaler Sammlungskatalog der WLM Glassammlung Ernesto Wolf:
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Gläser 1. Jahrhundert v. Chr. bis 5. Jahrhundert n. Chr.
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Gläser 4. Jahrhundert bis 7. Jahrhundert n. Chr.
⊚ Zum Anklicken
Schlangenfadenflasche mit Wasservögeln
Römisches Reich │ Östliches Mittelmeergebiet │ Syrien
1. Hälfte 3. Jahrhundert v. Chr.
Glasmuseum Hentrich, Museum Kunstpalast Düsseldorf [5]
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Wenngleich ähnliche Glasformen in kaum abweichender Qualität in zahlreichen Werkstätten im Römischen Imperium erzeugt werden konnten, so lagen die Glas produzierenden Zentren doch weiterhin vornehmlich auch in Syrien und Palästina aufgrund der vorzüglich geeigneten Sande und der natürlichen Lagerstätten von Natursoda ⦋Natriumcarbonat (Na2CO3)⦌, das bei der Glasgewinnung als Flussmittel eingesetzt werden konnte.[3]
Hebräisches Glas
Hebron glass │ חברון
֍ Hebron Glass Factory Tour 2013
֍ Glass Artisans in Hebron, blowing a bottle in 9 steps

Fußschalen
Römisches Reich │ östliches Mittelmeergebiet │ Syrien
4.-5. Jahrhundert n. Chr.
Glasmuseum Hentrich, Museum Kunstpalast Düsseldorf
Rijksmuseum van Oudheden Leiden │ 2023
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber
Glasimporte aus der Zeit um Christi Geburt gelangten als kostbares mediterranes Handelsgut aus Syrien in das Römische Reich.
Das Handelsgut Glas wurde bis in die niedergermanische Provinz importiert.
Glas formen mit der Glasmacherpfeife war eine folgenreiche technische Neuerung im späten 1. Jahrhundert v. Chr. (um 50 v. Chr.) in der römischen Provinz Syrien.
Es ist der Beginn der manuellen Herstellung von Hohlglas im engeren Sinne mit Übergang von dickwandigen zu feinen, dünnwandigen Glasgefäßen.
Die aus einem längeren (Metall-)Rohr bestehende Glasmacherpfeife ermöglichte durch das Mundblasverfahren gläserne Kugelhohlformen zu erzeugen.
Erstmals war dadurch eine große Gefäßvariabilität für unterschiedliche Verwendungszwecke möglich.

Als "Vasen" beschriebene Glasgefäße
vermutl. Syrien │ 4. Jahrhundert n. Chr. (?)
Glasmuseum Hentrich, Museum Kunstpalast Düsseldorf
Rijksmuseum van Oudheden Leiden │ 2023
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber
Von den führenden syrischen Glashütten in den phönikischen Städten, wie Sidon und Tyros, ausgehend, breitete sich die manufakturmäßig betriebene Glasherstellung über das gesamte römische Herrschaftsgebiet aus.[3]

In Form gepresste Glasgefäße │ Syrien
Rijksmuseum van Oudheden Leiden │ 2023
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Syrisch-islamische Glaszentren des 6.-14. Jahrhunderts n. Chr. [1] befanden sich in
- Aleppo
- Raqqa
- Al Mina
- Hama
- Sidon
- Tyrus
- Damaskus
- Usais.


Schalen in Form gepresstes Glas │ Syrien
Rijksmuseum van Oudheden Leiden │ 2023
© [hmh, Fotos: Klaus A.E. Weber

Trinkschale in Form gepresstes Glas │ Syrien │ 150-50 v. Chr.
technisch in Alexandria entwickelt │ Hellenistische Zeit
Rijksmuseum van Oudheden Leiden │ 2023
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

Dattelförmige Flasche in Form gepresstes Glas │ Syrien
Rijksmuseum van Oudheden Leiden │ 2023
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Doppelhenkelflasche aus blauem Glas │ in Form (Model) geblasen
Römisches Reich │ Syrien
Ende 1. Janrhundert v. Chr. bis 2. Hälfte 1. Jahrhundert n. Chr.
Glasmuseum Hentrich, Museum Kunstpalast Düsseldorf [4]
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Götterbecher aus violettem Glas in Form (Model) geblasen
Römisches Reich │ Syrien
Ende 1. Jahrhundert v. Chr.bis 2. Hälfte 1. Jahrhundert n. Chr.
Glasmuseum Hentrich, Museum Kunstpalast Düsseldorf [4]
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Hoher Becher mit umlaufendem Spiralglasfaden
Syrien │ 3.-4. Jahrhundert n. Chr.
AhrWeinForum │ Ahrweiler
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
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[1] RICKE 1995, S. 348-349.
[2] TRIER/NAUMANN-STECKNER 2016, S. 32.
[3] RICKE 1995, S. 20.
[4] RICKE 1995, S. 23 (12), 24 (15).
[5] RICKE 1995, S. 31 (33).
[6] RICKE 1995, S. 35 (44).
[7] ALMELING 2006, S. 15.
[8] Karte aus SIEGLIN 1903, S. 2.
[9] KRAMER 2025, S. 14-15 Abb. 2.