Zisterzienserklöster mit mittelalterlichen Glasmalereien

Klaus A.. Weber

 

Zisterzienserkloster Doberan 1170/1171-1552

Filiation mit großem Glasbedarf

Im Rahmen seiner christianisierende Ostausdehnung bis nach Mecklenburg wurde als Tochtergründung des Zisterzienserklosters Amelungsborn (Filiation: Morimond - Altenkamp - Amelungsborn) das Kloster Doberan nahe der Ostsee (Altdorf bei Rostock) gegründet.[1][4]

Dessen Gründung und Besetzung wurde um 1170/1171 und nochmals 1176 durch den von Amelungsborn ausgehenden Wendenbekehrer Mönch Berno veranlasst.

Es war die erste Klostergründung in Mecklenburg durch Zisterzienser.

Berno wurde 1158 erster Bischof von Mecklenburg, seit 1170 mit Sitz in Schwerin.

 

Bei dem Kloster mit reichen spätmittelalterlichen Kirchenausstattungen und seinen zahlreichen Grangien (große Wirtschaftshöfe) war ein großer Bedarf an Glas entstanden.

Wie sich hierzu aus einer Urkunde vom 17. Februar 1268, in welcher Fürst Waldemar von Rostock einige streitige Grenzen des Doberaner Klostergebietes festsetzte, ergibt, legten Mönche des Zisterzienserklosters bereits im 13. Jahrhundert Glashütten an.

Die frühe Aufhebung erfolgte im Jahr 1552.

Die Kirchenausstattung des Zisterzienserklosters weist kurz nach 1300 geschaffene Glasfenster auf.

 

Andere Zisterzienserklöster mit mittelalterlichen Glasmalereien

  • Zisterzienserinnenkloster Marienhausen bei Aulhausen (Rheingau) │ vor 1189-1811 │ Paternität: Eberbach │ Fensterfragment mit Glasmalerei in Bleiruten │ um 1220 (Mittelrhein) / 1. Hälfte 15. Jahrhundert (Köln) [2]
  • Zisterzienserabtei Pforta (Sachsen-Anhalt) │ mittelalterliche Chorverglasung der Klosterkirche │ Ornamentscheiben mit Teppichmuster │ um 1251-1268 │ farbloses Waldglas, rot, grün und blau gefärbte Punkte, rotes Überfangglas mit Ausschliff, schlichte Grisaillemalerei [3]
  • Abteikirche Altenberg │ 1133-1803 │ großer Bestand zisterzienischer Glasfenster: Kreuzgangverglasung, Westfenster [5]
  • Kloster Wienhausen bei Celle │ 1229-1531 │ mit Glasmalerei versehene Klausur [6]

 

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[1] GÖHMANN 1982, S. 142-143.

[2] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 109, 247 Kat. 81.

[3] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 109, 184 Kat. 7.

[4] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 308, 329.

[5] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 109-111, 304.

[6] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 100, 110, 326.