Von Kopf bis Fuß - im Wandel der Zeit
SH│EG8
Klaus A.E. Weber
© Foto: Privatsammlung Elisabeth Dittrich, Holzminden
Geflickt und zugenäht! [2]
„Kleider zu reparieren oder weiterzugeben war früher eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Lange vor Recycling und Second-Hand erhielten Dinge ein zweites, drittes oder gar unendliches Leben.
In Discount-Läden sind Kleider heute für den Preis einer Tasse Kaffee erhältlich.
Oft landen sie kurz darauf in der Kleidersammlung oder im Abfall und belasten unsere Umwelt.
Vor der Zeit der Massenproduktion waren Textilien viel zu wertvoll, um sie einfach so zu entsorgen.
In der Regel nutzte man sie, bis es nicht mehr ging.
Wenn der Hausherr ein Kleidungsstück nicht mehr tragen wollte, gab er es seinen Angestellten weiter.
Konnte das Kleid nicht mehr geflickt werden und zerfiel in Stücke, nutzte man es noch als Lumpen oder Dichtungs- und Isolationsmaterial und am Ende sogar als Toilettenpapier.
Das weiß man aus archäologischen Grabungen.
Was Archäologinnen und Archäologen kaum finden, sind gestrickte Kleidungsreste.
Warum?
Ganz einfach: Gestricktes konnte wieder aufgetrennt und zu neuen Kleidungsstücken verarbeitet werden.
Unsere Vorfahren waren in Sachen Umweltschutz auch nicht perfekt, aber von ihren Strategien der Wieder- und Weiterverwendung können wir im Zeitalter von «Fast-Fashion» und Überproduktion einiges abschauen."
© [hmh, Foto: Mechthild Ziemer
Hochzeit
∎ Hochzeitsanzug │ 1936 │ Hellental [6]
Hochzeit am 11. Juli 1936 in Heinade von Karl August Friedrich Hempel (1905-1944/1945) und Anna Bertha Frieda Frohme (1905-1960)
Festlicher schwarzer Herrenanzug als Dreiteiler
Schneiderei in Merxhausen
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Jacke mit einreihigen Knöpfen
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Herrenweste
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Hose
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weißes Herrn- Oberhemd
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schwarzer Querbinder
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schwarzer Glanzzylinderhut
- weiße Fingerhandschuhe
[hmh Inv.-Nr. 7005
∎ Brauthäubchen │ 1935 [7]
Hochzeitsbrauch in Hellental
[hmh Inv.-Nr. 7006
Um Mitternacht wurde von der Braut der Schleier abgelegt und das Häubchen aufgesetzt.
Damit war die Braut „unter der Haube“ - sie war verheiratet.
Teilweise wurde der Schleier auch zerrissen, denn fast jeder der Hochzeitsgäste wollte ein Andenken haben.
Danach folgte der Ehrentanz des Brautpaares.
Dabei trug der Bräutigam eine edle weiße Zipfelmütze mit roter Bommel.
∎ Krone zur Silberhochzeit │ um 1900
Lobach
[hmh Inv.-Nr. 1113
Taufe
∎ Taufkleid │ um 1900
Odenwald
[hmh Inv.-Nr. 7007
In kirchlicher Tradition wurde dem Neugetauften für den Vorgang der Taufe das hochwertige weiße Gewand als Oberkleid angezogen.
Das Taufkleid war als Erbstück in einer Familie im Odenwald weitergegeben worden.
Konfirmation
∎ Silbernes Essbesteck │ 1929/1930 [8]
Hellental
[hmh Inv.-Nr. 1055
Das Essbesteck - Esslöffel, Gabel, Messer - wurde der Konfirmandin Irmgard Hempel, verh. Ohrmann (1915-2004), anlässlich der Konfirmationsfeier 1929/1930 überreicht.
Ehrenamt
∎ Dienstkleidung Freiwillige Feuerwehr
Uniform in Galaausführung des Hauptfeuerwehrmanns (HFM) Erwin Schulz (*14. Februar 1929 - †31. Mai 2017) der seit 1875 bestehenden Freiwilligen Feuerwehr Stadtoldendorf in der Ortsfeuerwehr HellentaI, dort eingetreten 1958
Die ältere niedersächsische Uniform besteht aus dem Uniformsakko mit gekörnten Knöpfe, Schulterstücken HFM und Ehrenzeichen, der Rundbundhose, der Schirmmütze mit Lacklederriemen und Mützenabzeichen mit Helm, Hacke und Beil.
Freizeit
∎ Ski-Set │ 1940er Jahre
Holz, Leder, Metall, Kunststoff
Hempel, Hellental
Holzskier mit Kandahar-Bindung │ Bambus-Skistöcke
[hmh Inv.-Nr. 1166
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[2] zitiert aus dem Newsletter des Landesmuseums Zürich │ Schweizerisches Nationalmuseum vom 29. Mai 2024.
[6] Schenkung an das Historische Museum Hellental von Elisabeth Dittrich, Holzminden.
[7] Schenkung an das Historische Museum Hellental von Irmgard Timmermann, Hellental.
[8] Schenkung an das Historische Museum Hellental von Dieter Schlossmacher.
