Stift Gandersheim

Klaus A.E. Weber

 

Der Bau der Gandersheimer Stiftskirche mit ihrer eindrucksvollen Doppelturmfassade bezeugt die hohe Bedeutung des mittelalterlichen Reichsstifts, in dessen Hallen ottonische Könige und Kaiser wandelten.

Die Äbtissin Adelheid II. (1045–1096) war die älteste Tochter von Kaiser Heinrichs III. (1016/1017 - 1056) und eine Schwester von Kaiser Heinrich IV. (1050-1106).

 

Damenstiftskirche mit Doppelturmfassade

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Im Frühmittelalter gründeten 852 die ottonischen Stammeltern Liudolf und Oda das Gandersheimer Kanonissenstift auf dem Klosterhügel Brunshausen.

Wenig später, im Jahr 856, wurde in Gandersheim mit dem Bau des karolingischen Mauerwerkes der Kirchen- und Stiftsgebäude begonnen.

Nach deren Fertigstellung wurden sie im Jahr 881 durch Bischof Wigbert von Hildesheim († 908), ein Immedinger, geweiht.

Bis dahin war der Konvent des Stiftes im Benediktinerinnenkloster Brunshausen untergebracht und konnte nun 881 nach Gandersheim umgesiedelt werden.

Von da an war die Stiftskirche bis 1810 der Lebensmittelpunkt der geistlichen Frauengemeinschaft.

Im 927 konnte das einstige Westwerk geweiht werden.

 

Roswitha von Gandersheim und Kaiser Otto I. der Große

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Hrotsvit von Gandersheim

Hrotsvita sanctimonialis Gandersheimensis (um 935 - nach 973) war eine wohl aus sächsischem Adel stammende Kanonisse des Stiftes Gandersheim und gilt als erste deutsche Dichterin, die geistliche Schriften, historische Dichtungen und Dramen verfasste

Roswitha von Gandersheim (modernisiert) verehrte Kaiser Otto I. der Große (912-973) und verfasste um 960-973 die lateinische Dichtung „Gesta Oddonis“ ("Carmen de gestis Oddonis I imperatoris") über Familiengeschichte und politisches Wirken Ottos I. („Hrotsvita, Gandeshemensis: Opera Hrosvite Illvstris Virginis Et Monialis Germane Gente Saxonica Orte“).