Glas - Farbe - Licht
Klaus A.E. Weber
Farben im Licht │ Glasmalerei vom 13. bis 21. Jahrhundert
Seit dem 13. Jahrhundert bringen Glasfenster Licht und Farbe in dunkle Kirchenräume.[1]
Doch wie entsteht ein Glasgemälde überhaupt?
֍ Ausstellung des Landesmuseums Zürich │ Schweizerisches Nationalmuseum | 16.07.2021 - 03.04.2022 [5]
Farbglasscheiben │ LWL-Glashütte Gernheim
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Vertiefungsthemen →
⋙ Ein brillantes Spiel mit Licht und Farbe
⋙ Glasmalereien des 16.-17. Jahrhunderts
⋙ Bemalte Humpen und Pokale - zur Repräsentation
Farbglasscheiben und Glasmalereien als Bildgattung
Prächtige bunte Kirchenfenster
„Farbige Gläser sind schon seit dem frühesten Beginn der Geschichte des Glases bekannt.“[6]
Die Glasmalerei ist weit verbreitet - mit einer Vielzahl historischer, handwerklich und künstlerisch hochwertigen Arbeiten.
Beginnend mit den farbigen Fensterverschlüssen in Kirchen und Klöstern faszinieren seit dem Mittelalter wirkmächtige Glasmalereien durch die strahlende Leuchtkraft ihrer vielfältigen Bildthemen.
Monumentale Kirchenfenster mit Glasmalerei glichen im späten Mittelalter einem prächtigen „Bilderbuch“ mit großformatigen Szenen, die Geschichten erzählten.
Eine der weltweit größten Glasgemäldesammlungen (Glasgemälde, Wappenscheiben, Zunftscheiben, Standesscheiben, Allianzscheiben) besitzt das Schweizerische Nationalmuseum.[2]
Ausschnitt aus einer spätmittelalterlichen Glasmalerei
in der Ausstellung des LandMuseums
Kunsthandwerkliche Nachempfindung │ um 2006
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
∎ Ausschnitt aus einer spätmittelalterlichen Glasmalerei
Kunsthandwerkliche Nachempfindung │ um 2006
Die kunsthandwerkliche Nachempfindung einer in Bleiruten gefassten spätmittelalterlichen Glasmalerei stellt einen Heiligen oder Bischof mit detaillierter Mitra da, der in der linken Hand einen verzierten Stab hält.
Staatliche Glasfachschule Rheinbach, Landesberufsschule für Glas und Keramik
[hmh Inv.-Nr. 4127
Glasteller mit Adler │ um 1600
Böhmen
Glasmuseum Hentrich │ Museum Kunstpalast, Düsseldorf
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Mit Glas malen - auf Glas malen
Komponenten der historischen Glasmalerei mit abgewandelten Verhältnissen [7]
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Glasscheibe als Träger der Farbe - Schmelzfarben
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Bleinetz – Bleistege verbinden die Gläser zu einem Gefüge
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schwarze Linien (aus „Schwarzlot“ [4]) geben der Malerei Konturen
- Bemalungen durch Farbaufträge
Vergleichbar mit der Porzellanmalerei wurden nach SÜSSMUTH [3] auf die Glasoberfläche aufgetragen
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Farben
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undurchsichtige Emaillen
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durchsichtige Emaillen
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Transparentfarben
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Flachfarben
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Gold
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Silber
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Schwarzlot
Hervorzuheben ist das "Gelbsilber", das bei der Fenstermalerei ein leuchtendes Goldgelb mit glasiger Transparenz erbringt.
"Das fertig gemalte Bild oder Ornament wird dann bei ca. 550 Grad in das Glas eingebrannt.
Die Farben, denen ein Schmelzfluß beigesetzt ist, schmelzen mit der Oberfläche des Glases zusammen und erlangen nicht nur Haltbarkeit, sondern zumeist auch Transparenz."[3]
Historisches Museum Basel
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Niklaus Manuel Deutsch: Totentanz [1]
Der Berner Niklaus Manuel Deutsch (1484–1530) durchlebte die kriegerischsten Zeiten der Eidgenossenschaft und wurde zum Vorkämpfer der Reformation.
Wie seine ersten Bilder, Glasgemälde um 1508, vermuten lassen, ließ er sich bei einem Glasmacher ausbilden.
Ein dichtes Programm – auf Glas gemalt [2]
Ein Glasgemälde als repräsentatives Geschenk von herausragender künstlerischer Qualität.
Die große, annähernd quadratische Scheibe aus dem Jahr 1588 entstand ursprünglich im Auftrag der Kartause Ittingen wohl in der Werkstatt des Zürcher Glasmalers Christoph Murer (1558-1614).
Spätmittelalterlicher Glasmalerei-Zyklus im Kloster Ebstorf
Das Kloster Ebstorf besitzt einen um 1410 in einer Lüneburger Werkstatt entstandenen Glasmalerei-Zyklus.[8]
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[1] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 27. August 2021 von Alexander Rechsteiner, Kommunikation des Schweizerischen Nationalmuseums.
[2] KRAMER 2022a, S. 26.
[3] SÜSSMUTH (1950), S. 43.
[4] Schwarzlot = auf Glas einschmelzende, schwarze Deckfarbe, zusammengesetzt aus Kupfer- und Eisenoxyd.
[5] KRAMER 2022c.
[6] DRÜNERT/MÖNCKE/STEPPUHN 2022, S. 381.
[7] SECK 2022, S. 12.
[8] KLOSTERKAMMER HANNOVER 2008, S. 59.