15 MEDIZIN UND GLAS

Klaus A.E. Weber

 

Kabinettausstellung

 

© Historisches Museum Hellental, Foto: Mechthild Ziemer

 

Beobachtung mittels Harnschauglas

Uringläser im Mittelalter

 

Ärzte bei einer spätmittelalterlichen Harnschau (Uroskopie) [2]

Holzschnitt aus dem lateinischen Kräuterbuch Hortus sanitatis, 1491 gedruckt in Mainz

Im Vordergrund raufende Burschen und Strohkörbe für den Transport von Uringläsern

 

Beobachtung durch Glaslinsen

Lichtmikroskope │ um 1600 entwickelt

 

Um 1903 von Wilhelm Schattenberg im Schaubezirk Merxhausen verwendetes Reise-Trichinen-Mikroskop (17,5 cm hohes Lichtmikroskop mit kleinem Objekttisch). Die Innenseite des mit blauer Stempelfarbe befleckten oberen Kastendeckels weist Inschriften auf, aus denen hervorgeht, dass das Mikroskop von H. Schulze in Stadtoldendorf bezogen und am 05. November 1899 vom herzoglichen Kreistierarzt Dr. Fischer für „gut“ befunden und damit zugelassen wurde.[1]

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Trichinen-Mikroskop │ um 1900

Das ausgestellte Reise-Lichtmikroskop wurde von dem als Trichinenschauer bestellten Schuhmacher Wilhelm Schattenberg (1873-1956) im ehemaligen Schaubezirk Merxhausen verwendet.

Die Innenseite des Kastendeckels weist aus, dass das Mikroskop von H. Schulze in Stadtoldendorf bezogen und am 05.11.(18)99 von Dr. Fischer -  Herzogliche Kreisdirektion Holzminden - für „gut“ befunden wurde.

Zur Trichinenuntersuchung waren standardisiert weitere „Hülfsinstrumente“ vorgegeben, wie beispielsweise als Objektträger zwei „Kompressorien“ aus durch Schrauben gegeneinander zusammendrückbaren Glasplatten.

 

Glas in Diagnostik und Therapie

 

© Historisches Museum Hellental, Foto: Mechthild Ziemer

 

Röntgenschirmbild im Schaukasten mit Vergrößerungsglas

Tuberkulose der Lunge

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Der geheimnisvolle "Blaue Heinrich" │ um 1920-1940 [4][5]

„Geheimrath Dettweiler's Taschenflasche für Hustende“

Sie diente dem Auffangen von infektiösem Sputum bei Lungentuberkulose.

Sprungdeckel │ beide Seiten mit Skala 100 ccm

kobaltblaues Pressglas, Metall

 

⊚ Zum Anklicken

Der "Blaue Heinrich" – Taschenspucknapf für Tuberkulöse [3]

© Historisches Museum Hellental, Foto: Mechthild Ziemer

 

Der eiförmige Taschenspucknapf wurde von dem Lungenfacharzt Peter Dettweiler (1837-1904) in der Lungenheilanstalt Falkenstein im Taunus entwickelt.

Die patentierte Herstellung des Taschenfläschchens erfolgte durch die Firma Gebr. Noelle & Co in Lüdenscheid.

Das für 1,50 Mark vertriebene Fläschchen konnte in jede Rock- und Hosentasche gesteckt werden.

 

Glasfläschchen als Behältnisse für Medikamente (Bodenfund)

∎ Behandlung der Syphilis mit ASUROL®

Antisyphilitikum │ um 1910

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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[1] Exponat im Sammlungsbestand des HISTORISCHEN MUSEUMS HELLENTAL │ Mikroskop und Schrifttum dem Heimat- und Geschichtsverein für Heinade-Hellental-Merxhausen dankenswerterweise von Herrn Günther Schattenberg (Merxhausen) übereignet.

[2] JASCHKE 1997, S. 47. Abb. aus Schack 1976, S. 103.

[3] Internet: https://www.uni-marburg.de/de.

[4] ROSENBERGER 2022.

[5] TAH 2017a.