Keramikgattung Majolika

Klaus A.E. Weber

 

Ursprünglich begann die Herstellung von Majolika mit Importen aus dem islamisch geprägten Spanien und gelangte bereits im 8. Jahrhundert nach Italien.

Die Keramikgattung Majolika zählt zur niedrig gebrannten Irdenware, die ab dem 14. Jahrhundert speziell in italienischen Städten hergestellt wurde und über eine eigene Brennofentechnik verfügte.

Nach ihrem ersten Brandvorgang wird die poröse, wasseraufnahmefähige Keramik mit einer deckend weißen Zinnglasurschicht überzogen.

Auf die ungebrannte Glasur wird mit Majolikafarben anschließend eine farbenfrohe Bemalung aufgetragen (Inglasurmalerei).

Die Blütezeit der Herstellung der Majolika-Keramik in Italien endete im späten 16. Jahrhundert.

Die Bezeichnung "Majolika" der farbig bemalten und zinnglasierten Keramik ist auf den altitalienischen Namen für die Baleareninsel Majorca (Mallorca) zurückzuführen.

 

Kunstvoll mit floralen Motiven bemalter Damaskus-Teller

Wandteller 1977 │ Karlsruher Majolika

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Damaskus-Teller mit floralem Dekor

Polychrome, unter der Glasur bemalte und zinnglasierte Töpferware │ Karlsruher Majolika

Ursprung: Grünpurpur Familie │ „Damaskus-Ware“ aus den Werkstätten des Goldenen Horns │ um 1540–1555

Von der Staatlichen Majolika-Manufaktur Karlsruhe 1977 exklusiv gefertigter Wandteller.

 

∎ Wandteller „Brennofen für Majolika-Keramik“ │ 16. Jahrhundert

Wandteller mit renaissancezeitlichem Stich nach einer Zeichnung von Cipriano di Michele Piccolpasso (1524-1579) in Casteldurante, einem ab 1508 aufblühenden Manufakturzentrum zur Herstellung zinnglasierter Irdenware mit Scharffeuerbemalung  - eine eigene Art der italienischen Fayence (Istoriati-Stil)

Hartporzellan

 

Staatliche Majolika Manufaktur Karlsruhe (1901-2024)

֍ Die Majolika in Karlsruhe

Museum in der Majolika des Badischen Landesmuseums Karlsruhe

Findbuch 69 Majolika: Überlieferungsgeschichte │ Landesarchiv Baden-Württemberg